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29.06.2010, WAZ/NRZ
Alexander Waldhelm
Der 14-jährige Robby Domnick-Küper vom Fechtsportverein 1999 ist seit kurzem deutscher Säbel-Mannschaftsmeister in der B-Jugendklasse – dabei betreibt er diesen Sport erst seit vier Jahren.
In den fünf Jahren davor war er Kunstturner – und auch das mit beachtlichem Erfolg: Stadtmeister 2004 und Vize-Meister ein Jahr später. „Ich habe mit fünf mit dem Turnen angefangen“, erzählt er. Die Anfänge seiner sportlichen Aktivitäten liegen aber noch zwei weitere Jahre in der Vergangenheit: Im Alter von drei Jahren begann Robby mit dem Skifahren. Kurz nachdem er beim TSV Viktoria mit dem Turnen angefangen hatte, fiel sein Talent den Verantwortlichen auf, so dass er fortan im Leistungskader der Kunstturnvereinigung Ruhr-West unter dem ungarischen Olympiateilnehmer Jozsef Kakuk trainierte.
Wie aber kam es dann zum Wechsel vom Turnen zum Säbelfechten? „Ich konnte wegen Verletzungen am Rücken nicht weitermachen. Wir haben dann einfach im Internet geguckt, welche Sportarten hier in Mülheim angeboten werden und da sind wir bei F wie Fechten hängengeblieben. Das fand ich interessant. Wir haben dann beim Fechtsportverein angerufen und mit Knut Oetter besprochen, wann ich ´mal zum Probetraining kommen kann.“
Exzellente Beinarbeit
Schnell fiel auf, dass Robby aufgrund seiner beim Kunstturnen erlangten Fähigkeiten über eine für das Fechten sehr wichtige Eigenschaft verfügt: eine exzellente Beinarbeit. Da ihn das Probetraining überzeugte, setzte er die Besuche fort und trat dem Verein schließlich bei. Nach nur eineinhalb Monaten legte er die Fechtprüfung ab und belegte nach nur zwei Monaten Training beim internationalen Säbelpokalturnier hier in Mülheim auf Anhieb den zweiten Platz. „Ich erinnere mich noch ganz genau, was der Trainer damals nach dem Wettkampf zu mir gesagt hat: ‚Gewöhn dich nicht dran!‘ Daran denke ich auch heute noch jedes Mal, wenn ich einen der vorderen Plätze belege.“
Inzwischen steht eine Vielzahl von Pokalen im heimischen Regal. „Ich hab´ auch noch eine Ecke neben dem Schrank, in der ich die ganzen Medaillen aufhänge“ – die kommen zu den Pokalen nämlich noch hinzu.
Bisheriger Karrierehöhepunkt in Robbys Fechterlaufbahn waren aber unzweifelhaft die zurückliegenden deutschen Meisterschaften in Nürnberg, bei der er nicht nur Teil der siegreichen Mannschaft Nordrhein I war, sondern in der Einzelkonkurrenz zudem das Viertelfinale erreichte und schlussendlich den hervorragenden fünften Platz belgte.
Der nächste sportliche Höhepunkt in Robbys Leben wirft seine Schatten bereits voraus: Im Juli findet in Leipzig die Fecht-Europameisterschaft statt. Die Einstellung des jungen Athleten zu seinem Sport ist klar: „Fechten kann man nicht nur so zum Spaß machen. Spaß haben heißt gewinnen – und das ist harte, anstrengende Arbeit.“ Mit dieser Einstellung und seinem Talent wird es der Mülheimer in seiner Karriere weit bringen und auch sein Ziel für die Zukunft formuliert Robby Domnick-Küper klar und deutlich: „Ich möchte 2016 an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen.“ Seine ersten hat er bereits hinter sich: Im Alter von gerade einmal zwei Monaten war er als – sehr junger – Tourist bei den Spielen im US-amerikanischen Atlanta.